Wir haben Welpen.

  Aus dem Tagebuch eines Hundekindes.
 
 
 
 
07,30 Uhr Aufgestanden und
Streckerchen gemacht,in den Garten gegangen,Bäumchen beschnuppert-roch
fein-Bein gehoben.08,30Uhr Wassernapf umgestoßen,alles pitsch patsch
nass-Schimpfe gekriegt. Ist Pfui! 08,45 Uhr In Küche gewesen-roch
gut-rumgeschnupper-rausgeflogen- Küche ist Pfui !09,00Uhr In Herrchens
Arbeitszimmer gewesen -Fransen vom Seidenteppich
angefressen-rausgeflogen-Schimpfe gekriegt-Arbeitszimmer ist auch Pfui !
09,30 Uhr. In der Diele kleine Pfütze gemacht- in den Nacken gepackt-
geschüttelt- Schimpfe gekriegt-warum weiß ich nicht- das war auch
Pfui!10,15 Uhr Zeitung vom Couchtisch gezogen-alles kleine Schnipsel
gemacht-wieder Schimpfe gekriegt -ist Pfui ! Ab ins Körbchen. 10,30 Uhr
Schönen Spaziergang mit Frauchen gemacht . An vielen Ecken und Bäumen
mein Beinchen gehoben. War nicht Pfui!11,30 UhrWieder zu Hause
.Nachgedacht was tun- auf Ledercouch gehopst Loch gebuddelt zum
reinlegen-runtergeschmissen-rausgeflogen. Schimpfe gekriegt ist Pfui
!11,45 Uhr Hinter Ball hergerannt- quer durchs Wohnzimmer-Blumenvase
umgerannt- hat doll gescheppert-Schimpfe gekriegt-ist ganz doll Pfui !
Ab ins Körbchen! Hab ne Runde geschlafen.13,00 Uhr Fresschen-Zeit.Schon
wieder das Gleiche wie gestern.Nur gerochen und geschaut ob was Besseres
kommt.Kam nichts-Schale wurde weggenommen- habe leise geknurrt-wieder
Schimpfe gekriegt-wieder Pfui !14,00 UhrWieder in der Küche
gewesen-Frauchen im anderen Zimmer -es roch fein-leckere Scheibe Fleisch
gemopst-Frauchen hat mich erwischt- wieder im Nacken gepackt und wieder
Pfui!Habe dann ein kleines Nickerchen gemacht.15,30 Uhr In den Garten
gegangen- fein gespielt- Mistkäfer verfolgt und gefressen-schmeckte
nicht besonders gut- dann tiefes Loch gebuddelt bei Frauchens
Blumen-erwischt worden -böse Schimpfe gekriegt war auch Pfui !16,00
UhrLoch im Zaun entdeckt- allein auf die Strasse gerannt-Autoreifen
quietschten-noch mal gut gegangen-Frauchen kam gerannt- wieder im Nacken
gepackt und wieder Pfui ! Und dann dicken Knutscher aufs Fell.Warum weiß
ich nicht.17,00 Uhr Hurra es gibt wieder Fresschen-Hühnchen mit Reis-
hat lecker geschmeckt-Frauchen zum Dank die Hände geleckt -war nur ein
bißchen Pfui ! 18,00 UhrSchlafzimmertüre offen,nichts wie rein und auf
die Betten-Kissen angeknabbert-rausgeflogen- ist auch Pfui !18,30 Uhr
Viel langweilig -Erde aus Blumentopf ausgebuddelt und im Wohnzimmer
verteilt und drauf gewälzt.Wieder Schimpfe gekriegt und viele
Pfui´s!19,00 Uhr Herrchen kommt nach Hause.Doll gefreut-vor lauter
Freude Pfützchen gemacht auf schönen Teppich.Schimpfe gekriegt- ist auch
Pfui !20,00 UhrHerrchen während des Fußballspiels im Fernsehen Latschen
gemopst und zwei Ecken abgeknabbert.Einen dicken Klaps auf den Po
gekriegt -böses Pfui !20,30 Uhr Beleidigt ins Körbchen gegangen -in
äußerste Ecke-nachgedacht-festgestellt,daß fast alles was Spaß macht
Pfui ! ist-wozu ist kleiner Hund auf der Welt ?? Schön getäumt -alles
ohne Pfui!!

 

 

Hundetestament.

 
Ich besitze wenig Güter, die ich hinterlassen kann.
Nichts Wertvolles ist mein Eigentum, außer meiner Liebe und meinem Glück.
Ich bitte meine Besitzer, dass sie mich immer im Gedächtnis behalten, aber dass sie nicht wegen mir leiden.
In meinem Leben bemühte ich mich ihnen Trost in traurigen Momenten und Freude in ihrem Glück zu sein.
Es tut mir weh, ihnen mit meinem Tod, Kummer zu bereiten.
Die Stunde des Abschieds ist gekommen und es fällt mir schwer sie zu verlassen, aber zu sterben wird nicht traurig sein, denn (im Gegensatz zum Menschen) fürchtet der Hund nicht den Tod.
 
Eine große Bitte noch; ich hörte oft von meinen Menschen "wenn erstirbt, wollen wir keinen Hund mehr. Wir lieben ihn so sehr, dass wir keinen anderen haben möchten".
Ich bitte meine Menschen sich aus Liebe zu mir, wieder einen Hund aufzunehmen. Es nicht zu tun, wäre eine traurige Erinnerung an mein Andenken. Ich möchte Gewissheit haben, dass sie - gerade weil ich in ihrer Familie lebte - nun nicht mehr ohne Hund leben können.
 
Ich war nie eifersüchtig oder erbärmlich, spielte mit der schwarzen Katze, teilte in kalten Tagen den Teppich mit ihr und all die anderen Dinge aus Treue und Liebe.
 
Ich hinterlasse meinem Nachfolger mein Halsband und die Leine und wünsche ihm, dass er - wie ich - das Glück in diesem Haus genießt.
 
Das letzte Abschiedswort an meine Lieben:
"Wenn Ihr mein Grab besucht, denkt an mich voller Traurigkeit, aber auch mit dem Wissen, dass hier ein Wesen ruht, das euch liebt. So tief mein Schlaf auch sein mag, ich werde Euch hören und selbst die große Macht des Todes wird nicht verhindern können, dass meine Seele dankbar mit dem Schwanz wedelt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


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